Keine Gesprächsbereitschaft bei Innenminister Gall (22.3.2012)

Im Namen des Netzwerks hatte Andreas Foitzik beim Innenministerium um einen Gesprächstermin zur Übermittlung des Aufrufs gegen Abschiebung angefragt.
Seine Absage (vom 22.3.2012) findet sich hier.
Die Antwort darauf (am 28.3.2012):

„28.3.2012
Sehr geehrter Hr. Dr. Lehr, sehr geehrter Minister Gall
Herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 22.3.2012. Wir freuen uns, dass Sie sich für eine neue bundesweite gesetzliche Regelung für ein an humanitären Gründen orientiertes Bleiberecht einsetzen wollen.
Wir bedauern sehr, dass Sie ein Gespräch mit uns für „nicht zielführend“ halten. Insbesondere weil wir die von Ihnen hierfür vorgebrachten Gründe nicht für nachvollziehbar halten.
Unser Anliegen ist aus unserer fachlichen Perspektive begründet. Es geht uns nicht darum, ob das Land die geplanten Rückführungen im Kosovo sinnvoll begleitet. Wir sehen für diese Kinder und Jugendlichen, aber auch für andere Kinder und Jugendliche in ihrer jeweiligen Umgebung einen erheblichen persönlichen Schaden, den sie erleiden, wenn Kinder und Jugendliche, die längst ein Teil dieser Gesellschaft sind, aus diesem Umfeld herausgerissen werden. Wir haben dies ausführlich fachlich begründet.Ebenfalls finden wir aus pädagogischer Sicht sehr bedenklich, wenn über Einzelfallprüfungen nach dem Kriterium, ob eine Familie „gut integriert“ ist, die Frage der Nützlichkeit für unsere Gesellschaft eine Rolle spielt und Kinder über ihre Schulleistungen hier die Last aufgebürdet bekommen, diese Nützlichkeit unter Bewies zu stellen.
Schließlich sehen wir uns in einer historischen Verantwortung gegenüber einer der Hauptopfergruppen des Holocaustes. Dass Roma, die seit vielen Jahren hier leben, in großer Zahl abgeschoben werden, wollen wir so nicht hinnehmen.
Zu diesen uns zentralen Anliegen haben Sie in Ihrem Brief nicht Stellung bezogen.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass dieser Aufruf unterstützt und getragen wird von den beiden fachlich relevanten Gewerkschaften GEW und ver.di, weiteren wichtigen Verbänden, Kirchenvertretern, sowie von einer großen Zahl von Professor/innen der Erziehungswissenschaft, darunter nahezu alle bekannten Namen im Feld der Migrationspädagogik.
Auch Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin hat uns aktuell noch einmal ihre Unterstützung zugesagt.
Mit freundlichen Grüßen“